Symbolspiel

Da in der Therapie mit Kindern der Weg ausschließlich über die Sprache schnell an seine Grenzen stößt, ist bei spielbegeisterten Kindern in der systemischen Kindertherapie das Spiel mit Symbolen als Ausdrucks- und Verarbeitungsform besonders geeignet. Über diese spielerische Form können Kinder, durch den Wechsel von der Realitätsebene auf die „Wir-tun-mal-so-als-ob-Ebene“, ihre gemachten Erfahrungen neu sortieren und verarbeiten. Leid und Schmerz, Wut und Trauer werden nicht erneut erlitten, sondern können mithilfe des Spiels, neu bearbeitet und inszeniert werden.

Es geht dabei vor allem um das Spielen; schwierige Situationen können nachgespielt und externalisiert werden, sie können aus Distanz betrachtet und neu erlebt werden. Das ermöglicht den Kindern, eigene Gefühle zu den bisher gemachten Erfahrungen zu erkennen, zu verändern und besser zu regulieren.

Ein weiterer wichtiger Faktor im Symbolspiel ist die Möglichkeit der Rollenumkehr. Kinder begeben sich aus der Rolle des Leidenden, des Passiven in die Rolle des Wirkmächtigen, des Gestalters. In der Rolle der therapeutischen Spielbegleiterin übernehme ich im Spiel die Rolle des Schwachen und gebe dem oft sprachlosen Gefühl des Kindes Worte, in dem ich die Gefühle benenne und beschreibe.

Dieser spielerische Ansatz ist ein hilfreiches Vorgehen, die innerpsychische Dynamik von Kindern zu erfassen, ihr Raum zu geben und mit ihr spielerisch und für das Kind wirkmächtig zu arbeiten. Langfristig sollen im Symbolspiel die gewählten Persönlichkeitsanteile nicht bekämpft, sondern integriert werden. Der Hase ist es möglich, der beste Freund vom Löwen zu werden. Die Spieltherapie kann im Rollenspiel oder beispielsweise im Symbolspiel mit Schleich-Tieren stattfinden und stellt einen Schwerpunkt meiner Arbeit dar.